Therapiebereich

Tracheostomie und Laryngektomie
Atmen und Sprechen
Wie erfolgt die Atmung?
Da unsere Atmung vom Atemzentrum im Gehirn ausgeht, ist die Steuerung der Atmung bei einer Tracheostomaanlage unverändert.
Zu beachten ist, dass durch die Verkürzung der Atemwege die Betroffenen dazu neigen, flacher zu Atmen. Dies hat eine verminderte Belüftung der tiefen Alveolen (Lungenbläschen) zu bedeuten. Demzufolge besteht die Gefahr einer Pneumonie (Lungenentzündung) oder der Atelektasenbildung (Verklebung der Lungenbläschen).
Sprechen, aber wie?
Die Kommunikation ist Grundbedürfniss und in unserem täglichem Leben enorm wichtig.
Die Voraussetzung, dass ein Tracheostomaträger sprechen kann, ist die grundsätzliche Funktion der Stimmbänder und dem ungehinderten Freiraum zwischen Tracheostoma und Nasen/Rachen Raum.
Diesen freien Raum kann man leicht austesten, indem man dem Patienten in der Ausatemphase die Kanüle mit einem Tupfer verschließt und animiert, Vokale zu tonieren.
Abzuklären wäre noch eine vorhandene Schluckstörung und ob eine intensive Sprachtherapie in Frage kommt.
Geschieht dies problemlos, kann nach ärztlicher Rücksprache eine "Sprechkanüle" eingesetzt werden. Hierbei verschließt eine Ventilklappe bei jeder Expiration (Ausatmung) den Kanülenausgang und die Luft wird durch ein Fenster oder Siebung am Außenbogen der Trachealkanüle zu den Stimmbändern geleitet. Demzufolge haben Sprechventilkanülen eine zusätzliche therapeutische Wirkung. Durch die Umleitung des Luftstroms zum Nasen/ Rachenraum erhöht sich bei der Expiration der Atemwiderstand, und somit beginnt das erste Training des Fernziels der Dekanülierung.

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