Therapiebereich

Tracheostomie und Laryngektomie
Indikationen
Die häufigsten Gründe für die Durchführung einer Tracheotomie bestehen darin, eine Blockierung der oberen Luftwege zu umgehen, die langfristige Erleichterung der Atemtätigkeit zu erreichen, bzw. durch ein Beatmungsgerät zu ermöglichen. Außerdem dient die Tracheotomie zum Schutz vor Aspiration. Hierbei wird eine Trachealkanüle mit Cuff verwendet.
Bei der Einengung der oberen Atemwege kann es sich um eine angeborene Fehlhaltung oder um die Folgen einer Verletzung, eines chirurgischen Eingriffs im Kehlkopf- oder Halsbereich, einer Infektion, einer Entzündung oder eines Tumors handeln.
Bei der Langzeitbeatmung werden durch die erhöhte Liegezeit eines Trachealtubus Stimmbänder und Kehlkopf ständig gereizt. Auf Dauer führt das zu einer Schädigung oder Entzündung dieser Strukturen. Ein Tubuswechsel ist dann durch das Anschwellen der Stimmbänder nur sehr schwer bis überhaupt nicht mehr möglich und stellt somit ein hohes Risiko dar. Hinzu kommt, dass die Mundhygiene, bzw. Mundpflege, nur schwierig durchzuführen ist, die Betroffenen nicht sprechen können und zudem durch Medikamente ruhig gestellt sind, so dass eine Frührehabilitation nur bedingt möglich ist. Ebenso ist eine orale Nahrungsaufnahme nicht möglich.
Mittlerweile ist eine Tracheotomie üblich, wenn mit einer verlängerten Intubationsdauer zu rechnen ist. Die Vorteile sind geringere Kehlkopfverletzungen, geringere bis gar nicht notwendige Sedierung, Verkleinerung des Totraums, Erleichterung der Betreuung des Patienten und der Nahrungszufuhr, Erlangung des Sprechvermögens und, sofern keine Ventilation notwendig ist, eine frühere Entlassung aus der Intensivbehandlung.
Quelle: BVMed
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